Expedition Wattenmeer 2013

Vorwort
Bereits im Winter haben wir uns Gedanken gemacht, welche Herausforderung wir uns für dieses Jahr suchen. Unser Törn im letzten Jahr durch Südholland bis nach Antwerpen war schon ein tolles Erlebnis. So etwas wieder zu erreichen - oder vielleicht sogar noch zu übertreffen, wird nicht einfach sein.

Mit Leon zusammen überlegten wir, was denn in Reichweite für einen dreiwöchigen Törn liegen könnte. Heraus kamen ein Plan A und ein Plan B - denn gerade beim Segeln ist es immer wichtig Alternativen zu haben, wenn Wind und Wetter einem einen Strich durch die Rechnung machen. Ziele sollte man auch nie zu niedrig ansetzen - dem folgend wählten wir das Maximalziel - Sylt. Sollte das Wetter die Durchquerung der Deutschen Bucht verhindern - so einigten wir uns auf Hamburg als Alternative.

Wie weit wir gekommen sind und welcher Plan umgesetzt wurde, könnt Ihr diesem Bericht entnehmen.

Viel Vergnügen bei der Lektüre
 
Eure "Schiffsreporter"

Melanie und Heiner

Mittwoch, den 29.5.2013

Jetzt ist es also endlich soweit, der Startschuss zu unserer groβen Reise ist gefallen! Bei strömendem Regen empfangen wir unsere ersten Gäste an Bord, die aus dem nahen Ruhrgebiet und Umgebung kommen (Essen, Dortmund, Velbert…). Es ist natürlich wieder ein fröhliches “Hallo”, die Wiedersehensfreude ist bei allen sehr groß. So werden auch schnell die ersten Begrüβungsgetränke verteilt, und es wird für alle noch ein geselliger und lustiger Abend. Schlieβlich gilt es auch noch, gebührend in Heiners Geburtstag hineinzufeiern… Dabei erschallen die Klänge von Unheilig, Bob Marley, Santiano bis hin zu Helene Fischer… wie Ihr seht ist also alles dabei.

 

Donnerstag, den 30.5.2013

Start: Enkhuizen
Zeit: 12:26 h
Trip Time:5:21 h
Trip Odo: 25,2 sm
Trip Dog: 23,8 sm
AV-Speed: 4,6 sm/h
max Speed: 7,1 sm/h
Ziel: Makkum
Rudergänger: Leon, Andreas
Zeit: 17:48 h
Anleger: Steiger
Odo gesamt: 25,2 sm
Dog gesamt: 25,2 sm

Morgens ist es bedeckt, aber trocken…und beinahe vollkommen windstill. Oje, das wird Rudern heute, Jungs!

Nachdem die letzten lebensnotwendigen Einkäufe erledigt sind, werfen wir die Leinen los und nehmen Kurs auf Makkum. Naja, ehemmmm, was heiβt Kurs nehmen… das IJsselmeer ist wirklich spiegelglatt, es rührt sich kein Lüftchen. Ach egal, was soll’s, dann vertreiben wir uns halt die Zeit mit Knobeln, diversen anderen Würfelspielen und natürlich dem obligatorischen Damenprogramm (sprich: ein leckeres Glas Sekt).

Und so vergeht die Zeit in fröhlicher Runde doch recht schnell, dank Motorhilfe erreichen wir am frühen Abend dann auch Makkum, wo wir einen schönen Liegeplatz finden.

Auch diesen Tag lassen wir nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort und einer herrlichen Abendmahlzeit in vergnüglicher Runde mit viel Freude und Musik ausklingen. 

 

Freitag, den 31.5.2013

Start: Makkum
Zeit: 10:03 h
Trip Time: 06:14 h
Trip Odo: 35,1 sm
Trip Dog: 27,3 sm
AV-Speed: 5,6 sm/h
max Speed: 9,2 sm/h
Ziel: Terschelling
Rudergänger: Leon
Zeit: 16:37 h
Anleger: Steiger
Odo gesamt: 60,2 sm
Dog gesamt: 51,1 sm

Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel treibt uns schon früh aus den Federn, es weht ein strammer Nordwind, der uns leise zuwispert…Terschelling ruft! Also nichts wie Leinen los und ab Richtung Schleuse Kornwerderzand.

Drauβen auf dem Wattenmeer treffen wir auf 5 bis 6 Beaufort Windstärken, und so reffen wir das Groβsegel und navigieren kreuzend über die Sandbänke Richtung Harlingen. Dort ändern wir den Kurs und peilen die Inseln an, die weit drauβen in Wind und Wellen am Horizont auftauchen. Es wird ein herrlicher Segeltag der alles bietet, was das seefahrende Herz begehrt…Sonne, Wind im Haar, Salz auf der Haut, Wellen, Gischt, das Meer um uns her und den Blick in die Ferne gerichtet.

Schlieβlich kommt Brandaris, der Leuchtturm und gleichzeitig das Wahrzeichen von Terschelling, in Sicht. Der weiβe Sand, die grünen Dünen und die roten Dächer der kleinen Häuser ziehen uns magisch an, und so erkunden wir nach dem Anlegen das Dorf, die Aussichtsdüne, den Leuchtturm und den Wald, bevor wir bei einem leckeren Cocktail die herrliche Aussicht im “Walvis” genieβen. Der anschlieβende Spaziergang durch das Watt, bei dem sich Andreas (“Pauli”) sogar barfuβ durch das kalte Wasser und den Schlick traut, rundet unser Inselprogramm ab.

 

Samstag, den 1.6.2013

Start: Terschelling
Zeit: 12:04 h
Trip Time: 04:34 h
Trip Odo: 32,1 sm
Trip Dog: 32,1 sm
AV-Speed: 7,0 sm/h
max Speed: 10,9 sm/h
Ziel: Workum
Rudergänger: Leon, Heiner
Zeit: 16:58 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 92,3 sm
Dog gesamt: 83,2 sm

Heute ist zwar der 1.Juni, aber das Wetter lässt eher auf Ende November vermuten. Es ist nasskalt und grau, und es weht ein straffer Nordwind (6 Beaufort). Aber davon lassen wir uns nicht die Laune verderben, und so setzen wir am späten Vormittag die Segel und genießen den Wind im Rücken. Schnell verschwindet Terschelling hinter uns am Horizont, und wir segeln zurück zur Lorentzschleuse bei Kornwerderzand.

Wieder auf dem IJsselmeer empfängt uns auch hier zunächst eine graue Wolkendecke, doch pünktlich zur Einfahrt in Workum am frühen Abend reißt der Himmel auf, und wir haben strahlenden Sonnenschein. Dieser Abend hält noch so manches Highlight für uns bereit... Nach einem kurzen Spaziergang durch Workum treffen wir uns wieder am Schiff, und der große Leinenwurf-Wettbewerb kann beginnen! Jeder bekommt ein paar Übungswürfe, und dann geht es los. Ziel ist es, bei vier Würfen möglichst oft den Pfahl zu treffen. Viele gute Werfer sind dabei, doch letztendlich gelingt es nur Andreas und Dirk, die Schlaufe präzise um den Pfahl zu platzieren. Das alles entscheidende Finale ruft, doch zunächst einmal wird gegrillt.

Dabei entpuppen sich Andreas und Leon als hervorragende Grillmeister! Es schmeckt allen vorzüglich, und nach dem Essen wird dann das finale Tauwerfen ausgerichtet, das letztendlich Andreas in einem spannenden Duell mit Dirk gewinnt. Der strahlende Sieger ist zurecht glücklich und stolz auf seine gute Leistung! Der Abend wird dann noch abgerundet mit einem "Wunschkonzert", jeder darf sich aus unserer Jukebox einen Song auswählen, der für alle gespielt wird. Es wird noch eine lange und unterhaltsame Nacht...

 

Sonntag, den 2.6.2013

Start: Workum
Zeit: 10:22 h
Trip Time: 04:38 h
Trip Odo: 24,3 sm
Trip Dog: 19,1 sm
AV-Speed: 5,2 sm/h
max Speed: 8,0 sm/h
Ziel: Makkum über Stavoren
Rudergänger: Leon
Zeit: 17:44 h
Anleger: Steiger
Odo gesamt: 116,6 sm
Dog gesamt: 102,3 sm

Strahlender Sonnenschein begrüßt uns am frühen Morgen, es verspricht ein herrlicher Tag zu werden. Trotzdem ist die Stimmung ein ganz klein wenig betrübt, müssen wir doch heute bereits wieder Abschied nehmen von einem Teil der Gruppe...Und so geht es unter Segeln Richtung Stavoren, das wir dank des günstigen Windes auch rasch erreichen. Nach einer kurzen Runde durch den Ort genießen wir noch ein letztes Bierchen an Deck, bevor wir Dirk, Ela, Julian, Lars, "Pauli", Christian, Alexa, Gunda und Sebastian zur Fähre begleiten. Ein letzter Abschiedsgruß, noch einmal hinterher gewunken, und dann heißt es "ade".

Die ersten Tage gingen wieder einmal viel zu schnell vorbei... Aber wir dürfen heute auch zwei neue Gäste an Bord begrüßen, Renate und Georg ergänzen nun unsere kleiner gewordene Gruppe! Wir nutzen das schöne Wetter und segeln noch ein wenig weiter Richtung Norden, Makkum heißt heute unser Ziel. Gegen Abend erreichen wir den Hafen, und in ruhiger Runde lassen wir den Tag ausklingen.

 

Montag, den 3.6.2013

Start: Makkum
Zeit: 12:20 h
Trip Time: 06:12 h
Trip Odo: 33,8 sm
Trip Dog: 33,8 sm
AV-Speed: 5,4 sm/h
max Speed: 10,1 sm/h
Ziel: Franeker
Rudergänger: Leon
Zeit: 19:03 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 150,4 sm
Dog gesamt: 136,1 sm

Aufgrund des späten Hochwassers beschließen wir am Montagmorgen zunächst einmal ein wenig auszuschlafen. Als wir dann um 12.20 Uhr die Leinen loswerfen, begrüßt uns ein eiskalter Nordwind, sowie eine dichte Wolkendecke. Es gab schon mal schönere Junitage... Nichtsdestotrotz machen wir uns auf den Weg Richtung Schleuse am Abschlussdeich, und als wir diese passiert haben, setzen wir die Segel und nehmen Kurs auf Ameland. Allerdings hat der Wind mittlerweile auf Nordost gedreht, also äußerst ungünstig für uns. Dazu kommt, dass wir gerade Nipptide haben. Dies bedeutet, dass nur sehr wenig Wasser mit der Flut in das Wattenmeer fließt. Da wir jedoch genug Wasser benötigen, um über die Sandbänke zu kommen, wartet nun ein etwas schwieriger und zäher Segeltag auf uns...

Die ersten drei Stunden versuchen wir tapfer, uns gegen Wind und Gezeiten aufzubäumen und unseren Weg Richtung Ameland zu bahnen, doch im Laufe des Nachmittags wird immer deutlicher, dass wir nicht rasch genug vorwärts kommen. Auch sieht die Windvorhersage für die kommenden Tage alles andere als rosig aus, wird doch bis einschließlich Ende der Woche ein östlicher Wind vorausgesagt... Deshalb beschließen wir letztendlich unseren Kurs zu ändern und steuern nun Harlingen an. Dort fahren wir durch die Tjerk Hiddes-Schleuse ins Inland und durch die Kanäle weiter nach Franeker, das wir gegen 19.00 Uhr erreichen. Die Entscheidung, über die Binnenkanäle via Leeuwarden und Groningen Richtung Deutschland zu fahren, ist gefallen.

 

Dienstag, den 4.6.2013

Start: Franeker
Zeit: 09:06 h
Trip Time: 08:04 h
Trip Odo: 37,0sm
Trip Dog: 37,0 sm
AV-Speed: 4,6 sm/h
max Speed: 7,3 sm/h
Ziel: Zoutkamp
Rudergänger: Leon, Andreas, Heiner
Zeit: 18:15 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 187,4 sm
Dog gesamt: 173,1 sm

Hach, was für ein herrlicher Tag!! Eigentlich zum ersten Mal in diesem Jahr hat man bereits am frühen Morgen das Gefühl, dass es im Laufe des Tages richtig warm werden könnte. Ein strahlend blauer Himmel lockt uns aus den Federn, und nach einem kurzen Einkauf im schönen Ortskern von Franeker legen wir um 9.00 Uhr ab und starten unsere Fahrt durch die friesischen Kanäle. Entlang idyllisch gelegenen Bauernhäusern, friedlich grasenden Pferden und versteckten, längst vergessenen Winkeln geht es - zunächst unter Segeln - Richtung Leeuwarden.

Dort angekommen bergen wir die Segel, schließlich müssen zahlreiche Brücken passiert werden, wenn man durch die Stadt fahren möchte. Nachdem wir unser Durchfahrtsgeld in den obligatorischen "Holzschuh an der Angel" gelegt haben, fahren wir quer durch die Stadt und beobachten die Menschen auf ihrem Weg zur Arbeit, Angler, Senioren bei der Gartenarbeit, Schulkinder, usw. Es ist immer wieder ein Erlebnis eine Stadt vom Wasser aus zu beobachten! Wir setzen unseren Weg fort über das Dokkumer Ee, das sich im wunderschönen Verlauf durch Friesland schlängelt. Und dann dieses Wetter... die Temperaturen sind beinahe zu schön um wahr zu sein, alle genießen an Deck die ersten warmen Sommerstunden nach einem viel zu kalten Frühling. Der heutige Tag ist ein einziger Genuss!!

Nachdem wir die Schleuse zum Lauwersmeer passiert haben setzen wir noch einmal die Segel und nehmen Kurs auf Zoutkamp. Dieses idyllische kleine Hafenstädtchen bietet uns einen hervorragenden Liegeplatz für die Nacht. Nach unserem traditionellen Hafenbier (für die Herren) und Früchtebowle (für die Damen) bekommen wir noch eine exklusive Stadtführung von Annelies Toxopeus, die zusammen mit ihrem Mann Jelte auf dem Charterschiff "Waterwolf" fährt und in Zoutkamp wohnt. Der kleine Ort entpuppt sich als wahre Perle der Region Groningen! Den Abend lassen wir mit einer herrlichen Mahlzeit und ein wenig Musik gemütlich ausklingen.

 

Mittwoch, den 5.6.2013

Start: Zoutkamp
Zeit: 10:15 h
Trip Time: 04:28 h
Trip Odo: 17,3 sm
Trip Dog: 17,3 sm
AV-Speed: 3,9 sm/h
max Speed: 6,7 sm/h
Ziel: Groningen
Rudergänger: Heiner, Leon
Zeit: 15:27 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 204,7 sm
Dog gesamt: 190,4 sm

Pünktlich um 10.00 Uhr geht es nach dem Frühstück los. Die Leinen werden losgeworfen, Großsegel und Fock gesetzt, und dann segeln wir in voller Fahrt den Reitdiep entlang. Groningen lautet heute unser Ziel. Dieses "Juwel des Nordens" können wir unmöglich einfach so auf unserem Weg liegen lassen, schließlich gilt diese Studentenstadt als eine der schönsten und lebendigsten in den Niederlanden! Wieder einmal führt uns der Weg entlang wunderschöner alter Bauernhäuser, versteckten Winkeln und lebendigen Städten.

Und auch heute präsentiert sich der Himmel strahlend blau, die Sonne lacht und wärmt uns, und so ist dann auch die Stimmung an Bord heiter und ausgelassen. Wir genießen den Tag (und das Damenprogramm), können auch noch einen großen Teil der Strecke segelnd zurücklegen, was will man mehr?

Am Nachmittag erreichen wir dann Groningen, zunächst müssen jedoch noch zahlreiche Brücken für uns geöffnet werden, bevor wir letztendlich mitten in der Stadt, lediglich 5 Minuten vom Zentrum entfernt, unseren Liegeplatz für die Nacht einnehmen. Dankend nehmen wir auch zur Kenntnis, dass es hier gratis Wasser und Strom gibt... Die Crew schwärmt aus in die Stadt zum Shoppen (was in Groningen hervorragend möglich ist), und am Abend kehren wir alle zusammen ein in das gemütliche Restaurant "De Slingerij", in dem wir in den Genuss hervorragender, kulinarischer Köstlichkeiten kommen. Wieder einmal klingt ein fantastischer Tag in fröhlicher und geselliger Runde aus...

 

Donnerstag, den 6.6.2013

Start: Groningen
Zeit: 10:01 h
Trip Time: 07:07 h
Trip Odo: 27,3 sm
Trip Dog: 27,3 sm
AV-Speed: 3,8 sm/h
max Speed: 7,3 sm/h
Ziel: Emden
Rudergänger: Leon, Andreas
Zeit: 17:48 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 232,0 sm
Dog gesamt: 217,7 sm

Kurz vor der Abfahrt in Groningen bekommen wir noch Besuch vom Hafenmeister, der fröhlich pfeifend auf seinem Fahrrad vor dem Schiff anhält. Als er unsere Rechnung schreibt, stellt er lachend fest, dass wir “4” Passagiere an Bord haben und dass die “La Bohème” ganze “8,80 Meter” lang ist… die Kosten für eine Nacht in Groningen belaufen sich somit auf ganze 13,- €, und das inklusive Strom und Wasser…ein toller Hafenmeister.

Um 10.00 Uhr werfen wir die Leinen los und passieren erneut zahlreiche Brücken, bis wir letztendlich aus der Stadt hinaus kommen. Nun geht es – wortwörtlich – immer geradeaus. Der Eemskanaal bis Delfzijl verläuft schnurgerade, nicht unbedingt sehr spannend… Aber was soll’s, es ist zumindest die ideale Strecke um in Ruhe unser Damenprogramm zu zelebrieren! Dabei unternimmt Hipof den Versuch, einen am Wasser entlang fahrenden Traktor mit dem Korken aus der Sektflasche zu treffen… natürlich vergeblich.

Schlieβlich erreichen wir die Schleuse bei Delfzijl, dahinter wartet die breite Ems auf uns, in deren Mitte die niederländisch-deutsche Grenze verläuft. Bei gefühlten 30 Grad Celsius (herrlich!) und wenig Wind segeln wir langsam Richtung Emden. Unterwegs werden noch einige “Schönheitsänderungen” am Schiff vorgenommen (Insider wissen was gemeint ist) und dann sind wir auch schon bei der Seeschleuse von Emden. Die Ausmaβe dieser Schleuse sind dermaβen gigantisch, dass man sich gut vorstellen kann welch groβe “Pötte” hier manchmal durchgeschleust werden…

Nachdem wir mit Warp-Geschwindigkeit auch noch die 17.35 Uhr - Öffnung der Eisenbahnbrücke geschafft haben, nehmen wir unseren Liegeplatz gegenüber dem Wahrzeichen von Emden – dem knallroten Feuerschiff Amrumbank im Hafen – ein. In der Sonne genieβen wir unser Hafenbier bzw. Bowle und erkundigen danach die Stadt. Heute Abend gehen wir ausnahmeweise einmal nicht ganz so spät ins Bett, müssen wir doch am nächsten morgen recht früh aus den Federn…        

 

Freitag, den 7.6.2013

Start: Emden
Zeit: 06:35 h
Trip Time: 07:00 h
Trip Odo: 30,1 sm
Trip Dog: 30,1 sm
AV-Speed: 4,3 sm/h
max Speed: 8,0 sm/h
Ziel: Greetsiel
Rudergänger: Leon, Heiner
Zeit: 14:35h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 262,1 sm
Dog gesamt: 247,8 sm

Um 5.30 Uhr geht bei uns der Wecker… Wir müssen aufgrund der Gezeiten bereits die erste Öffnung der Eisenbahnbrücke nehmen. Wie heiβt es so schön? “Der frühe Vogel fängt den Wurm”, also raus aus den Federn und los die Leinen (allerdings erst nach einer dampfenden Tasse Kaffee…

Nachdem wir die örtlichen Anwohner durch zweimaliges Hupen an der Brücke geweckt hatten, nehmen wir Kurs auf die groβe Seeschleuse. Dort begrüβt uns der Schleusenwärter in breitestem Norddeutsch (“Jo, komm se man duarch un legen se man Steuerboard aan, aber dann müssen se noch watten, do kommt noch en groβes Schiff aan". Dadurch haben wir in der Schleuse noch eine kleine Wartezeit, bis sich dann endlich die Tore hin zur Ems öffnen.

Wie es auf dieser Reise so üblich erscheint, haben wir auch heute Gegenwind und Gegenströmung, doch wir lassen uns durch nichts aufhalten und legen das Ruder fröhlich Richtung Greetsiel an. Unterwegs erfolgt, wie könnte es auch anders sein, natürlich wieder unser Damenprogramm. Die Sonne wärmt, allerdings ist der Nordostwind, der über das Wattenmeer kommt, doch noch recht frisch… Letztendlich müssen die Segel geborgen werden, und wir gehen Steuerbord über die Sandbänke Richtung Schleuse Leysiel . Wir haben bereits zwei Stunden nach Hochwasser, und unmittelbar vor uns läuft eine Segelyacht auf der Sandbank fest… Aber nicht umsonst sind wir ja ein Plattbodenschiff, und so überqueren wir die Untiefe problemlos und fahren in die Schleuse ein.

Diese übernimmt hier die Funktion eines Aufzugs, man kommt beinahe nicht dazu die Leinen nachzugeben, so schnell senkt sich der Wasserspiegel um mehr als zwei Meter nach unten! Das letzte Stück bis zum Hafen von Greetsiel führt durch ein wunderschönes Naturgebiet, durch das wir segelnd gleiten. Hier kann man hunderte verschiedene Vogelarten und andere Tiere beobachten. Noch eine “Kurve”, und schon liegt das idyllische Örtchen vor uns. Eine Kolonne von Fischkuttern empfängt uns im Hafen, die kleinen Häuschen erinnern sehr an ihre holländischen Vorbilder, und der Rundgang durch Greetsiel ist für uns alle ein absolutes Highlight! Den Abend verbringen wir letztendlich mit Grillen, guter Stimmung und Musik. Es ist schön wieder einmal mit der “La Bohème” in Deutschland zu sein!

 

Samstag, den 8.6.2013

Start: Greetsiel
Zeit: 09:07 h
Trip Time: 04:16 h
Trip Odo: 18,8 sm
Trip Dog: 18,8 sm
AV-Speed: 4,4 sm/h
max Speed: 7,5 sm/h
Ziel: Juist
Rudergänger: Leon, Heiner
Zeit: 13:33 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 280,9 sm
Dog gesamt: 266,6 sm

Um kurz nach 9.00 Uhr werden die Leinen losgeworfen, und wir segeln Richtung Schleuse Leysiel. Wieder einmal sind wir fasziniert von dem wunderschönen Naturgebiet Leyhörn, dass sich vom Ort bis zur Seeschleuse erstreckt. Nachdem wir erneut den “Aufzug” benutzt haben (dieses mal nach oben), öffnen sich die Tore und das Wattenmeer liegt vor uns.

Natürlich haben wir – wie könnte es auch anders sein – Gegenwind. Also heiβt es hochkreuzen Richtung Norden… die Insel Juist ist heute unser Ziel. Wir folgen dem Fahrwasser und nähern uns zunächst der Vogelinsel Memmert, die einsam und verlassen in Wind und Wellen liegt. Lediglich ein einziges Häuschen für den Vogelwart gibt es hier… Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um diese Insel, so z.B. auch “The Riddle of the Sands” (“Das Rätsel der Sandbank”), das sowohl als Buch als auch als Film/TV-Serie vorliegt und absolute spannend und empfehlenswert ist!

Weiter geht’s die Juister Balje entlang, immer den Pricken folgend, bis wir an den bekannten Kardinalzeichen die Einfahrt zum Juister Hafen erreichen. Bereits aus der Ferne konnten wir “das weiβe Schloss am Meer” bewundern, das Juister Kurhaus, das stolz und schön auf der höchsten Düne der Insel prangt. Erwartungsvoll fahren wir in den Hafen ein, und es gibt auch ausreichend freie Liegeplätze, so dass wir ohne Probleme eine ideale Stelle für die Nacht einnehmen können.

An der Kaimauer erwarten uns bereits Ilona und Joachim, die extra mit der Fähre nach Juist gekommen sind, um uns über das Wochenende zu besuchen. Nach der freudigen Begrüβung gibt es noch ein Willkommensgetränk an Deck, bevor alle ausschwärmen und die Insel erkunden. Das wunderschöne “Töwerland” hat sehr viel zu bieten: der nahe Strand lockt mit seiner Weite und dem weiβen Sand, die zahlreichen Lädchen ziehen uns mit ihren Schätzen magisch an, das “Lütje Teehuus” lockt mit frischen Waffeln und dem leckeren Sanddornshake, und überall gibt es versteckte Ecken und Winkel die es zu entdecken und zu erkunden gilt.

Am Abend gehen wir dann alle gemeinsam ins “Köbes”, einem bekannten Restaurant auf Juist. Dort lassen wir uns in geselliger Runde verwöhnen. Anschlieβend genehmigen wir uns noch einen traditionellen Friesengeist in der “Spelunke”. Juist ist immer wieder ein absolut wunderbares Erlebnis!

 

Sonntag, den 9.6.2013

Start: Juist
Zeit: 10:45 h
Trip Time: 05:47 h
Trip Odo: 17,8 sm
Trip Dog: 17,8 sm
AV-Speed: 3,7 sm/h
max Speed: 8,0 sm/h
Ziel: Norderney über Norddeich
Rudergänger: Leon, Heiner
Zeit: 16:32 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 298,7 sm
Dog gesamt: 284,4 sm

Gegen 11.00 Uhr heiβt es “Adieu Juist”, die Landleinen werden losgeworfen und die Segel gesetzt. Viele Schaulustige verfolgen unsere Manöver von dem segelförmigen Aussichtsturm am Hafen…. Ein letzter Gruβ, und schon sind wir wieder unterwegs Richtung Norddeich.

Wir folgen dem schmalen Fahrwasser, so langsam nähern wir uns der Springflut, das hohe Wasser erlaubt es uns quer über die Sandbänke zu segeln. Unterwegs begegnen wir der ein oder anderen “Frisia”-Fähre sowie vereinzelten  kleinen Segeljachten. Sehr viel Schiffsverkehr herrscht hier nicht, und das macht dieses Fahrgebiet so äuβerst attraktiv für uns! Schlieβlich sind wir sonst immer die “Autobahn” zwischen Harlingen und Terschelling gewöhnt…

Am frühen Mittag erreichen wir Norddeich-Mole. Dort suchen wir uns einen günstigen Liegeplatz und bereiten uns auf den Abschied von Renate, Georg, Simone, Ibrahim, Ilona und Joachim vor. Es ist doch immer wieder ein trauriger Moment wenn uns Gäste verlassen… Aber wir dürfen heute auch zwei neue Mitsegler begrüβen und kennenlernen… Johanna und Lars reisen mit dem Zug aus Berlin an, um uns für eine Woche zu begleiten!

Nachdem wir Abschied genommen haben von unseren Freunden und die “Neuen” mit Kaffee und Kuchen begrüβt haben, werfen wir die Leinen erneut los und kreuzen das Fahrwasser hoch nach Norderney. Dabei kommen wir auch an einer Sandbank vorbei, die als Ruheplatz für Seehunde dient... Schon von Weitem beeindruckt uns die Skyline der Insel, wirkt es doch eher wie eine groβe Stadt, und nicht so sehr wie eine beschauliche Insel… Wir schauen eine Weile dem bunten Treiben am Strand zu, bevor wir letztendlich in den Hafen einlaufen.

Hier werden wir freundlich empfangen durch den Hafenmeister, und der Rest des Abends wird gefüllt durch kurze Spaziergänge, Musik hören und leckere Pfannkuchen essen, die von Hipof und Andreas erstklassig zubereitet werden. Ein schöner Tag geht wieder einmal zu Ende.

 

Montag, den 10.6.2013

Start: Norderney
Zeit: 11:06 h
Trip Time: 01:46 h
Trip Odo: 8,5 sm
Trip Dog: 8,5 sm
AV-Speed: 4,6 sm/h
max Speed: 7,0 sm/h
Ziel: Baltrum
Rudergänger: Heiner
Zeit: 12:53 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 307,2 sm
Dog gesamt: 292,9 sm

Nachdem wir den örtlichen Supermarkt von Norderney geplündert haben (viel gab es da allerdings gar nicht zu plündern, das Vorratsschiff scheint noch nicht da gewesen zu sein…) werfen wir die Leinen los und nehmen Kurs auf die kleine Insel Baltrum. Groβsegel, Fock und Klüver werden gesetzt, und mit der Strömung im Rücken kommen wir rasch vorwärts. Heute haben wir eine nicht allzu lange Strecke zu bewältigen, bis zum Hafen von Baltrum sind es lediglich acht Seemeilen, und so müssen wir uns ein wenig beeilen mit unserem Damenprogramm… Was für ein Streβ ...

Je weiter man dem deutschen Watt Richtung Osten folgt, desto schmaler wird das Gebiet, und desto dichter liegen die Inseln aneinander. Überhaupt ist hier alles etwas kleiner und überschaubarer als im niederländischen Wattenmeer. So ist z.B. Juist die längste der ostfriesischen Inseln, aber nur halb so groβ  wie Terschelling (34 km lang)!

Wir segeln entlang Norderney, und am schönen Ostende der Insel sehen wir – halb im Sand vergraben – ein Schiffswrack liegen. Zudem tummeln sich dort hunderte von Seehunden, was uns ein traumhaftes Spektakel beschert. Und so fotografieren wir fleiβig drauflos. Schlieβlich erreichen wir den beschaulichen Hafen von Baltrum. Auf der Kaimauer wartet bereits der äuβerst nette und fröhliche Hafenmeister auf uns, der uns herzlich Willkommen heiβt. Kurze Zeit später erkunden wir die kleinste der ostfriesischen Inseln und sind begeistert vom gemütlichen und sehr gepflegten Inseldorf. Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die Gassen und Straβen erholen wir uns bei traumhaften Rieseneisbechern in der örtlichen Eisdiele. So manches “Oooohhhh” und “Aaaaaahhhhh” und “Ich bin im Himmel” ist zu vernehmen, als die fantastischen Kreationen serviert werden.                            

Später im Hafen bekommen wir noch Besuch von einem Niederländer, der mit acht weiteren Leuten, einem Ruderboot und Zelten alle deutschen Inseln besucht. Respekt vor dieser Leistung! Als Abendmahlzeit kommen wir in den Genuss von Heiners herrlicher Bolognese-Sauce zu Spaghetti… eine leckere Schlemmerei! 

 

Dienstag, den 11.6.2013

Start: Baltrum
Zeit: 11:00 h
Trip Time: 03:36 h
Trip Odo: 14,5 sm
Trip Dog: 14,5 sm
AV-Speed: 3,6 sm/h
max Speed: 6,8 sm/h
Ziel: Spiekeroog
Rudergänger: Leon
Zeit: 14:48 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 321,7 sm
Dog gesamt: 307,4 sm

Auch heute heiβt es zunächst den örtlichen Supermarkt plündern, bevor es weiter geht Richtung Osten. Unser Plan lautet: Langeoog liegen lassen und weitersegeln nach Spiekeroog, der grünen Insel. Mit Motorkraft verlassen wir den Hafen von Baltrum, auβerhalb der Kaimauern setzen wir das Groβsegel und die Fock. Und dann… nichts. Das Wattenmeer ist spiegelglatt, es herrscht absolute Flaute. Zunächst nimmt uns die Strömung noch ein Stückchen mit in die richtige Fahrrinne, doch als wir das Prickenfahrwasser erreichen muss erneut  der Motor gestartet werden. Schlieβlich muss man ganz präzise dem Fahrwasser folgen, und das ist segelnd mit Windstärke 0 ein wenig schwierig…

Schnell stellt sich heraus, dass wir doch noch ein wenig zu früh sind… drei Stunden vor Hochwasser ist das Wasser auf der Sandbank noch ziemlich flach…  Wir laufen fest, und so heiβt das Kommando: alle so weit wie möglich nach vorne, Gewichtsverteilung! Tja, mit nur zehn Mann/Frau Besatzung ist dies jedoch nicht ganz so einfach… Trotzdem haben wir jede Menge Spaβ im Klüvernetz und auf dem Vordeck, und als dann auch noch der holländische Ruderachter johlend an uns vorbeizieht, kann die Stimmung kaum besser sein. Was will man auch mehr? Die Schönheit des Wattenmeers um uns her, milde Temperaturen und ein leckeres Damenprogramm in der Hand… das Leben ist schön ...

Nach einer kurzen Wartezeit kommen wir wieder frei und setzen unseren Weg fort in Richtung Spiekeroog, das wir am frühen Nachmittag erreichen. Wie überall werden wir auch hier sehr freundlich empfangen, wir bekommen Strom und Wasser, und nach dem obligatorischen Hafenbier schlendern wir durch den Ort und landen im “Inselcafé”, in dem wir Kaffee, Kuchen und Eisbecher genieβen. Abends schlemmen wir im “Capitän’s Haus”, die Speisen sind ausgezeichnet, und so gehen wir letztendlich satt, rund und zufrieden ins Bett…

 

Mittwoch, den 12.6.2013

Start: Spiekeroog
Zeit: 12:10 h
Trip Time: 01:59 h
Trip Odo: 10,7 sm
Trip Dog: 9,5 sm
AV-Speed: 5,4 sm/h
max Speed: 10,0 sm/h
Ziel: Wangerooge
Rudergänger: Leon, Heiner
Zeit: 14:07 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 332,4 sm
Dog gesamt: 316,9 sm

Gegen 12.00 Uhr werfen wir die Leinen los und schenken der grünen Insel Spiekeroog einen letzten Blick, bevor wir hinausfahren und Kurs nehmen auf die letzte der östlichen Inseln, Wangerooge. Diese Insel zählt offiziell nicht mehr zu den ostfriesischen Inseln, sondern wird dem Oldenburger Land zugeteilt.

Als wir den Hafen verlassen, weht ein straffer und äuβerst milder Wind aus südlicher Richtung. Wir reffen das Groβsegel und folgen dem Wangerooger Fahrwasser. Heute geht es dank der Witterungsbedingungen recht flott, und so holen wir kurz vor dem Hafen von Wangerooge auch noch den holländischen Ruderachter ein, der einige Zeit vor uns ausgefahren ist.

Nachdem wir vom örtlichen Hafenmeister einen Liegeplatz zugewiesen bekommen haben, erkundigen wir uns nach der Inselbahn. Immerhin liegt das Dorf 5 km vom Hafen entfernt… Und so sind wir erfreut zu hören, dass die Bahn heute noch einmal Richtung Dorf fahren wird. Mausi, Doris, Melanie und Hipof beschlieβen diese Chance zu nutzen, und so sitzen wir gegen 16.45 Uhr in einem gemütlichen Bahnabteil. Langsam setzt sich der Zug in Bewegung, es geht durch wunderschönes Watt- und Naturgebiet. Nach guten 10 Minuten ist der Ort von Wangerooge erreicht, und wir vier sind äuβerst positiv überrascht: Wangerooge entpuppt sich als leicht mondänes, aber durchaus gemütliches und äuβerst schönes Inseldorf! Vor allem die lange Seepromenade und das pulsierende Leben rund um das legendäre “Café Pudding” beeindrucken uns sehr! Und so genieβen wir die schöne Aussicht bei Kaffee, Windbeutel und Eis, bevor wir dann gestärkt den langen Rückweg antreten. Es geht entlang der Gleise und durch ein wunderschönes Naturgebiet zum Westturm, in dem heutzutage eine Jugendherberge untergebracht ist, zurück zum Schiff, wo wir letztendlich noch eine leckere Mahlzeit durch Johanna und Lars serviert bekommen. Unser Fazit: Wangerooge ist immer einen Besuch wert!       

 

Donnerstag, den 13.6.2013

Start: Wangerooge
Zeit: 12:09 h
Trip Time: 08:11 h
Trip Odo: 47,4 sm
Trip Dog: 47,4 sm
AV-Speed: 5,8 sm/h
max Speed: 10,4 sm/h
Ziel: Büsum
Rudergänger: Leon, Heiner
Zeit: 20:21 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 379,8 sm
Dog gesamt: 364,3 sm

Die vergangene Nacht und auch jetzt am Morgen weht ein steifer Wind aus Südwest. Ideal für unser heutiges Vorhaben: wir wagen den “groβen Sprung” hinüber an die schleswig-holsteinische Westküste, und zwar über die offene Nordsee! Ganze 42 Seemeilen liegen vor uns, und darum werden gezeitenabhängig so früh wie nur irgendwie möglich (in diesem Fall um 12.00 Uhr) die Leinen losgeworfen. Adieu Wangerooge, auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen! Wir setzen zunächst nur die Fock und folgen dem Fahrwasser über die Sandbänke zum Ende der Insel. Dort setzen wir dann das gereffte Groβsegel, und auf geht’s hinaus auf die Nordsee… Vorbei an diversen Leuchtfeuern lassen wir das Festland und die Inseln rasch hinter uns, bis wir nur noch von der Weite des Meeres umgeben sind. Wir überqueren das Weserfahrwasser und sind erstaunt, dass hier nicht mehr Schiffsverkehr herrscht. Weiter geht es, immer weiter. Am Horizont taucht der wohl berühmteste Leuchtturm Deutschlands - “Roter Sand” - aus Wind und Wellen auf. Apropos Wellen: Mittlerweile hat sich eine schöne Dünung aufgebaut, die das Schiff ordentlich schaukeln lässt… es geht rauf und runter, hin und her, vor und zurück… “Wie auf der Kirmes, es dauert nur länger”, sagt Leon, und ein Teil der Crew genieβt das Spektakel in vollen Zügen, doch der ein oder andere wird auch ein ganz klein wenig bleich um die Nase… Wir testen heute einmal die Seebeine (und Magenstärke) der Gäste…

Seekrankheit hin oder her, es macht allen doch groβen Spaβ einmal “den weiten Ozean” zu befahren, und als wir dann auch noch das Elbfahrwasser durchqueren und zwischen den groβen Ozeanriesen hindurch manövrieren, erlebt doch jeder an Bord einen unvergesslichen und fantastischen Tag.

Am Abend kommen wir letztendlich wieder in Küstennähe, das Wasser (und die Mägen) beruhigen sich, und bald tauchen am Horizont die ersten Häuser von Büsum auf, unserem heutigen Zielhafen. Wir passieren die Hafeneinfahrt und finden ein Plätzchen für die Nacht, mitten zwischen der örtlichen Kutterflotte. Ein erlebnisreicher Tag geht in geselliger Runde bei Speis und Trank zu Ende…   

 

Freitag, den 14.6.2013

Liegetag: Büsum

Bereits in der Nacht hat der Wind zugenommen, 7-8 Beaufort sind angekündigt, und so beschlieβen wir am heutigen Tag nicht zu segeln und uns stattdessen das Nordseebad Büsum näher anzuschauen. Zunächst bekommen wir vom Hafenmeister noch einen schöneren Liegeplatz zugewiesen, nun liegen wir direkt am Ortszentrum, und auch die Stromversorgung ist gesichert. Der örtliche Leiter des Maritimen Museums kommt persönlich bei uns vorbei und schenkt uns frische Brötchen für das Frühstück. Er ist ganz begeistert von der “La Bohème” und würde am liebsten anheuern… Wirklich sehr nette Menschen hier in Büsum!                                      

Nach der stärkenden Morgenmahlzeit machen wir uns “stadtfein” und erkundschaften den Ort. Büsum zeigt sich als äuβerst lebhaftes und hübsches Städtchen, in dem es zahlreiche Freizeitmöglichkeiten gibt. Auch zum Shoppen ist die Stadt ideal, und der historisch Interessierte findet ebenfalls genügend Sehenswürdigkeiten. Vor allem die Gegend rund um die alte Kirche mit dem Rathaus, der “Alten Post” und den historischen Häusern ist bildschön.

Alle genieβen den Tag in vollen Zügen, herrliche Stunden in den Läden, Cafés, dem Kurpark, mit einem guten Buch an Deck oder schlendernd über die Promenade… was will man mehr?

Zudem finden sich den ganzen Tag über immer wieder zahlreiche Schaulustige an der Kade ein, die unser schönes Schiff bewundern und bestaunen. Die “La Bohéme” ist die Attraktion des Tages! =)

Am Abend kehren wir ein in die “Barkasse”, einem Fischrestaurant direkt am Hafen, und genieβen leckere Krabben, frischen Spargel, herrlichen Fisch und diverse andere Leckereien. Zurück an Bord geht ein schöner Tag mit einem letzten Absacker langsam zu Ende…

 

Samstag, den 15.6.2013

Start: Büsum
Zeit: 10:01 h
Trip Time: 06:24 h
Trip Odo: 48,6 sm
Trip Dog: 48,6 sm
AV-Speed: 7,6 sm/h
max Speed: 11,9 sm/h
Ziel: Husum
Rudergänger: Leon, Andreas
Zeit: 16:37 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 428,4 sm
Dog gesamt: 412,9 sm

Um 10.00 Uhr geht es heute los, wir sagen Büsum "auf Wiedersehen" und verlassen den Hafen. Draußen setzen wir das Großsegel, die Fock und den Klüver und nehmen Kurs auf unser heutiges Tagesziel: Husum. Gute 40 Seemeilen sind zu bewältigen, und so nehmen wir dankbar den straffen Südwind an und segeln mit 9 - 10 Knoten die nordwestfriesische Küste entlang.

Pünktlich zum Damenprogramm kommt St. Peter Ording in Sicht, die Sonne scheint und die Stimmung ist bei allen hervorragend. Es geht rasch vorran, so dass wir schon bald weit vor unserem Zeitplan liegen.

Am frühen Nachmittag kommen dann die ersten Halligen in Sicht. Eigentlich sind es ja die Warften (Hügel), auf denen die vereinzelten Häuser liegen, die zuerst aus dem Meer auftauchen. Erstaunlich und wunderschön, wie man hier vollkommen verlassen und allein, nur umgeben von Wind, Wellen, Meer und der endlosen Weite, leben kann...

Wie segeln entlang Süderoogsand, Süderoog und Südfall, und es ist wieder einmal überraschend wie einsam das Meer hier ist. Auf der ganzen Fahrt heute begegnen wir nur einem einzigen kleinen Segelboot!

Ein Blick zurück auf den Horizont lässt am Nachmittag erahnen, dass sich dort etwas zusammenbraut... dunkle Wolken stapeln sich übereinander, Wolkenberge rollen auf uns zu, und erster ferner Donner ist zu hören. In rasender Geschwindigkeit kommt das Unwetter auf uns zu, der Wind zieht ordntlich an, und so holen wir den Klüver und das Großsegel herunter und harren der Dinge die da kommen mögen... Und dann sind wir auch schon mittendrin, um uns her nur noch Sturm, Wasser, Regen, Regen, Regen, noch mehr Regen, Blitze und Donnergeknall. Wir befinden uns mitten in Neptuns Höllenritt! Es ist ein unglaubliches Spektakel. Nach gut 20 Minuten ist dann alles auf einmal wieder sehr schnell vorbei, der Himmel reißt auf, die Sonne kommt heraus und die Luft ist wieder klar und rein. Dieses Gewitter war für alle ein beeindruckendes und unvergessliches Erlebnis!

Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Husum, die "Graue Stadt am Meer", die sich aber als äußerst bunt und schön zeigt. Wir bekommen einen exklusiven Liegeplatz direkt im historischen Zentrum, und im gemülichen Restaurant gegenüber gehen wir gemeinsam essen. Abends zurük an Bord gibt es noch eine Überraschung: der Hafen fällt komplett trocken, und die "La Bohème" liegt auf einem kleinen Sandhügel, so dass man im Schiff permanent das Gefühl hat, man müsse "bergauf" laufen...

 

Sonntag, den 16.6.2013

Liegetag: Husum

Heute ist zunächst einmal ausschlafen angesagt… wir bleiben den ganzen Tag in Husum liegen, um uns die Sehenswürdigkeiten anzuschauen, aber auch um einige Gäste zu verabschieden und neue zu empfangen.

Nach dem Frühstück schwärmen alle mit unterschiedlichen Zielen aus… die einen besichtigen das Schifffahrtsmuseum, das mit viel Ausstellungsfläche und einigen Kuriositäten (ich sage nur: Geschenk eines Seefahrers an seine zuhause bleibende Frau…) lockt. Nach dem Besuch sind alle ganz begeistert davon. Einige schauen sich das Nissenhaus mit seiner Fotoausstellung an, wieder andere spazieren zum Husumer Schloss, das mit seinen beeindruckenden Räumen (vor allem die wunderschönen Kamine lassen einen erstaunen) sowie mit seinem groβzügigen Park begeistert. Jeder verbringt einen tollen Vormittag, und um 13.30 Uhr trudeln wir alle wieder an Bord ein. Dann treffen auch schon unsere neuen Gäste Ulrike, Renate, Klaus und Harald ein. Sie sind mit einem Mietwagen gekommen, den Johanna und Lars, die heute von Bord gehen, mit zurück nehmen nach Berlin und ihn dort wieder abgeben werden. Bevor wir jedoch Abschied von den beiden nehmen, serviert uns Anke erst noch eine leckere Kartoffelsuppe… herrlich!

Danach positionieren wir uns alle noch für ein Gruppenfoto an Deck. Diese Chance lässt sich auch der örtliche Lokalreporter nicht nehmen (der auf dem heute stattfindenden Fischmarkt in Husum unterwegs ist) und schieβt mehrere Fotos von uns für das Lokalblatt. Wir werden noch berühmt hier!

Dann heiβt es endgültig Abschied nehmen von Johanna und Lars. Ein letztes Mal winken… gute Reise! Anschlieβend machen wir uns wieder auf in die Stadt. Viele gehen Bummeln oder  Spazieren, doch auch das Theodor Storm-Geburtshaus und Museum wir noch erkundet. Hier erfährt man alles über den wohl berühmtesten Sohn der Stadt, und auch die Entstehungsgeschichte seines bekanntesten Werkes “Der Schimmelreiter” wird ausführlich dargestellt. Ein äuβerst interessanter und lohnenswerter Besuch!

Zurück an Bord genieβen wir erneut eine fantastisch zubereitete Mahlzeit von Anke, die durch einen brennenden (sowohl äuβerlich als auch innerlich) Friesengeist abgerundet wird. Später bekommen wir noch Besuch von dem Skipper, der mit seiner kleinen Segeljacht neben uns liegt. Er kommt aus der Gegend hier und kennt jeden Hafen und jede Anlegestelle wie seine Westentasche. So kann er uns den ein oder anderen wertvollen Tipp geben…

 

Montag, den 17.6.2013

Start: Husum
Zeit: 09:58 h
Trip Time: 09:16 h
Trip Odo: 41,7 sm
Trip Dog: 41,7 sm
AV-Speed: 4,5 sm/h
max Speed: 7,9 sm/h
Ziel: Hooge
Rudergänger: Leon, Heiner
Zeit: 19:14 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 470,1 sm
Dog gesamt: 454,6 sm

Um 10.00 Uhr geht es weiter… Leinen los, Eisenbahnbrücke hoch, adé Husum, du “graue Stadt am Meer”, Lebewohl, auf Wiedersehen! Wir folgen der schmalen Fahrrinne die Bucht hinaus und setzen Groβsegel, Fock und Klüver. Ein strahlend blauer Himmel empfängt uns, die Sonne lacht, und es weht eine leichte Brise… einfach herrlich!

Wir segeln den ganzen Tag, vorbei geht es an Süderoog und Südfall, hinauf nach Pellworm, einmal kurz dem Leuchtturm winken, weiter an den unzähligen kleinen Halligen mit ihren Warften vorbei, weiβer Sand und blaues Meer, dies ist ein wahrhaft himmlisches Segelrevier! Für uns ist es absolut unbegreiflich, wieso hier einfach keine, aber auch absolut KEINE Boote und Schiffe unterwegs sind! Dies ist das deutsche Wassersportparadies, und niemand scheint es zu nutzen… Naja, zum Glück für uns, denn die Einsamkeit hier hat absolut ihren Reiz!

Gegen Abend und pünktlich zu Hochwasser kommt unser heutiges Ziel in Sicht: Hallig Hooge! Wir alle freuen uns wahnsinnig darauf, endlich einmal diese Hallig kennenlernen zu dürfen. Schon von Weitem wird klar, dass hier sehr viel Tagestourismus herrscht… allein bei unserer Ankunft verlassen drei Fähren die Hallig, um die Tagesgäste wieder zurück zum Festland zu bringen. Gott sei Dank, denn dann haben wir die Hallig zusammen mit den Einwohnern über Nacht für uns alleine…

Wir werden freundlich vom Hafenmeister begrüβt und bekommen einen Schlüssel für das Hafengebäude, das bestens ausgestattet ist: Waschmaschine, Trockner, Toiletten, Duschen, Internetanschluβ (!), Bibliothek, Küche und eine grandiose Aussicht stehen uns hier zur Verfügung. Wer hätte das gedacht??

Nach dem Abendessen, zubereitet von Ulrike und Klaus, machen wir uns auf und erkundigen die Hallig. Zunächst geht es zu der nahe gelegenen Kirchwarft. Hier befindet sich die schmucke und im friesischen Stil gehaltene Kapelle der Hallig, direkt daneben liegt das “Pfarrhaus” (eine tolle Friesenkate) und der kleine Friedhof. Im Pfarrhaus brennt Licht, doch der Rest der Warft liegt einsam und verlassen da, man hört lediglich den Wind und die unzähligen Vögel, die hier zu Tausenden ein Zuhause gefunden haben. Eine wirklich tolle und friedliche Atmosphäre!

Weiter geht’s zur nächsten Warft, der Dorfwarft mit dem bekannten “Königspesel” (Zimmer für den Empfang hoher Gäste, gefüllt mit reichen Schätzen und Andenken). Wunderschön liegen die Friesenhäuser hier aneinander gekuschelt, so stellt man sich eine Hallig vor! Allerdings warten hier auch noch einige Überraschungen auf uns: so gibt es doch tatsächlich einen Halligkaufmann, mehrere Cafés und – man höre und staune – eine Telefonzelle! =)

Zu unserer groβen Freude finden wir sogar noch ein Café, das geöffnet hat (für wen nur? Hat man etwa auf uns gewartet?), die urgemütliche “T-Stube”. Hier kehren wir ein und können sogar noch (es ist etwa 21.30 Uhr) Eisbecher und Rote Grütze bestellen… einfach himmlisch!! Auch Pharisäer und Flensburger machen die Runde, und es wird ein geselliger Abend. Als wir bezahlen und uns von der Wirtin verabschieden, schaut sie uns mit großen Augen an und fragt, wo wir denn jetzt hingehen würden?? Sie kann sich einfach nicht erklären, wo 12 Leute gleichzeitig hier übernachten wollen… Wir erklären Ihr, dass wir mit einem groβen Schiff aus Holland hierher gekommen sind, und sie ist ganz begeistert.

Der Abendspaziergang zurück zum Schiff durch die beinahe unberührte Natur ist wirklich wunderschön, an Bord bekommen wir auch noch Meeresleuchten zu sehen, und so werden wir letztendlich von den Wellen sanft und glücklich in den Schlaf geschaukelt…

 

Dienstag, den 18.6.2013

Start: Hooge
Zeit: 09:59 h
Trip Time: 05:05 h
Trip Odo: 19,4 sm
Trip Dog: 19,4 sm
AV-Speed: 3,7 sm/h
max Speed: 6,8 sm/h
Ziel: Sylt
Rudergänger: Leon, Heiner, Andreas
Zeit: 15:05 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 489,5 sm
Dog gesamt: 474,0 sm

Um spätestens 10.00 Uhr müssen wir Hallig Hooge verlassen, da die Ebbe bereits eingesetzt hat. Wir schenken der kleinen grünen Hallig einen letzten Abschiedsgruß und nehmen Kurs auf unser heutiges Ziel: Sylt. Mit Sylt würden wir dann gleichzeitig auch unseren nördlichsten Punkt dieser Reise erreichen, und darum setzen wir voller Vorfreude die Segel und richten das Schiff zunächst gen Amrum. Wir segeln auf der Nordseeseite der Insel entlang und sind beeindruckt von dem weißen Kniepsand, dem schönen Leuchtturm und vor allem auch dem großen Waldbestand, den die Insel an der Küste aufweist.

Nachdem wir auch heute unser Damenprogramm erfolgreich absolviert haben, taucht am Horizont bereits die erste Düne von Sylt auf, der größten und längsten der nordfriesischen Inseln. Wir passieren an unserer Backbordseite eine stattliche und wunderschöne Sandbank, auf der sich zahlreiche Seehunde versammelt haben. Hier triff man fast ausschließlich nur noch Seehunde an, Robben sieht man eigentlich nicht mehr. Dafür aber taucht ab und an die Rückenfinne eines Schweinswales aus dem Wasser auf... ein beeindruckendes Schauspiel! Sowieso wähnen wir uns heute eher in der Karibik als auf der Nordsee. Strahlender Sonnenschein und tropische Temperaturen begleiten uns schon den ganzen Tag, dazu der weiße Sand und das hellblaue Wasser... einfach himmlisch!

Schließlich erreichen wir die Südspitze von Sylt. Der rot-weiße Leuchtturm begrüßt uns schon von weitem, und voller Vorfreude laufen wir in den Hafen von Hörnum ein. Hier finden wir einen Liegeplatz an der Kutterkade, und da gerade Niedrigwasser ist müssen wir an einer Leiter die sicher 5 bis 6 Meter hohe Mauer hinaufklettern. Wir begrüßen Sylt standesgemäß mit knallenden Champagner (ähmmmm, Sekt...) - Korken und einer erfrischenden Früchtebowle.

Danach machen wir uns auf und erkundschaften die Insel. Ulrike, Renate und Harald bleiben lieber an Bord um zu relaxen und zu entspannen. Der Rest macht sich auf zur nahe gelegenen Bushaltestelle, denn hier fährt die Linie ab zum wohl berühmtesten Café Deutschlands: der "Sansibar"! Wenn wir schon mal auf Sylt sind, dann möchten wir auch in der "Sansibar" sitzen, und wer weiß, vielleicht sehen wir ja sogar den ein oder anderen Promi...  Nach ein paar Haltestellen haben wir unser Ziel erreicht, und schon auf dem Parkplatz kann man anhand der Autos sehen, dass es hier -  nun ja, sagen wir mal: etwas vornehmer zugeht... Wir legen die letzten Meter bis zur "Sansibar" durch die Dünen laufend zurück (es soll ja Leute geben, die dafür einen Shuttle-Service benötigen), und dann sind wir da im Promi-Paradies. Wir finden noch einen gemütlichen Platz draußen an einem langen Tisch und genießen Bier, Kuchen und Milchreis. Leider sind keinerlei Promis in der Menge zu sehen, doch gelohnt hat sich der Besuch auf jeden Fall, die Atmosphäre hier ist schon toll! Die Flasche Wein für 7600,- € haben wir allerdings dann doch nicht bestellt, und auch das "Sansibar"-Shirt für 169,- € finden wir etwas zu teuer...

Wir kehren zufrieden zurück nach Hörnum, statten dem tollen Strand noch einen kurzen Besuch ab, und dann geht es zurück an Bord, wo uns Renate und Harald das Abendessen servieren. Anschließend schauen wir uns noch das Maskottchen der Insel an: Willy, den Seehund. Er "wohnt" im Hafenbecken und ist so zahm, dass er die Leute begrüßt und sich füttern lässt. Und tatsächlich: wir werfen einen Stein ins Wasser, und schwupp... schon taucht Willy auf und schaut uns mit seinen treuen Augen fragend an! Unglaublich!!

Und so geht ein toller und aufregender Tag wieder einmal zu Ende...

 

Mittwoch, den 19.6.2013

Start: Sylt
Zeit: 10:00 h
Trip Time: 02:21 h
Trip Odo: 12,2 sm
Trip Dog: 12,2 sm
AV-Speed: 5,0 sm/h
max Speed: 8,0 sm/h
Ziel: Amrum
Rudergänger: Leon, Andreas
Zeit: 12:21 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 501,7 sm
Dog gesamt: 486,2 sm

Der nette Hafenmeister in Hörnum ermöglicht es uns, den dringend benötigten Frischwasservorrat aufzufüllen, bevor es weitergeht mit unserer Reise nach Amrum. Leider haben wir heute Südostwind, und wir müssen sehr genau dem Prickenfahrwasser in südöstlicher Richtung folgen, so dass wir heute nicht segeln können und den (zugegebenermaßen) kurzen Weg mit dem Motor zurücklegen müssen. Dafür lassen wir es uns aber nicht nehmen, auf halber Strecke unsere "Duftmarke" zu hinterlassen. Mitten auf dem Watt setzen wir unsere Holland Sail-Fahne an einer Pricke (N54 43.156 E8 21.372). Anke und Heiner knoten sie fest, und dort weht sie dann: noch nie war ein Holland Sail-Schiff so weit nördlich unterwegs!

Nach diesem äußerst wichtigen Ritual setzen wir unseren Weg fort, und gegen 12.30 Uhr erreichen wir die grüne Insel Amrum. Diese hüllt sich in dunstigen Nebel (jetzt wissen wir, wieso dieser berühmte Ort so heißt: Nebel!), und mit dem weiten Wattenmeerstrand, den wir bei unserer Einfahrt passieren, wähnen wir uns beinahe an der englischen Küste...

Wir beziehen unseren Liegeplatz an der Kaimauer, stärken uns mit einer von Leon zubereiteten Suppe und machen uns auf nach Wittdün. Dort steigen wir in den Bus und fahren nach Nebel, dem nächsten Ort.

Nicht umsonst gilt Nebel als eines der schönsten Dörfer Deutschlands: ein reetgedecktes Friesenhäuschen duckt sich an das andere, die Straßen sind teilweise unbefestigt, Cafés und Kneipen findet man unter den Bäumen, es ist ein bildschöner und urgemütlicher Ort! Auch die hübsche Kirche mit ihren "sprechenden Grabsteinen"(auf denen die Lebensgeschichte der Verstorbenen steht) beeindruckt uns sehr. Nachdem wir alles ausgiebig bewundert haben, kehren wir ein in das ebenfalls urgemütliche Friesen-Café. In der kleinen Friesenstube genieβen wir Kaffee, Tee, Kuchen und Rote Grütze, bevor wir uns gestärkt auf den Rückweg nach Wittdün machen. Leider verpassen wir knapp den Bus, er fährt direkt vor unserer Nase weg, so dass wir 50 Minuten auf den nächsten warten müssen. Leon nutzt diese willkommene Pause für ein kleines Schläfchen auf der Wartebank…

Schlieβlich kommt unser Bus, und nach einigen Haltestellen steigen wir in Wittdün wieder aus. Wir besichtigen noch den nahe gelegenen Kniepsand, der mit seiner unglaublichen Weite beeindruckt.

Zurück am Hafen lassen wir uns zum Abendessen im “Seefohrerhus” nieder, das in einem der hübschen, farbenfrohen Häuschen direkt gegenüber vom Schiff liegt. Hier verspeisen wir die leckersten Mahlzeiten, Fisch, Fleisch, vegetarische Pasta etc. Nach dem Essen werden wir überrascht durch den Besuch von Jobst, dem Skipper den wir bereits in Husum kennengelernt haben. Er liegt mit seiner Jacht ebenfalls im Hafen, und er, seine Tochter Nele, Mausi, Hipof, Leon, Andreas und Melanie beschlieβen nach dem Essen, die ca. 10 Minuten entfernt gelegene “Blaue Maus” aufzusuchen, Amrums berühmteste Whiskey-Kneipe. In der schottisch anmutenden, gemütlichen Atmosphäre lassen wir diesen tollen Tag mit Bier und Whiskey feucht-fröhlich ausklingen…

 

Donnerstag, den 20.6.2013

Start: Amrum
Zeit: 10:02 h
Trip Time: 09:56 h
Trip Odo: 53,0 sm
Trip Dog: 50,1 sm
AV-Speed: 5,3 sm/h
max Speed: 8,8 sm/h
Ziel: Cuxhaven
Rudergänger: Leon
Zeit: 20:00 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 554,7 sm
Dog gesamt: 536,3 sm

Beim morgendlichen Frühstück scheint noch die Sonne, doch als wir den Hafen von Wittdün verlassen zieht bereits wieder Nebel auf… Der Hauptort der Insel macht somit seinem Namen alle Ehre!

Wir setzen die Segel und bereiten uns vor auf einen langen Tag. Schlieβlich haben wir uns für heute vorgenommen, die Deutsche Bucht zu erreichen und nach Cuxhaven zu segeln. Dies sind rund 53 Seemeilen… it’s a long way…

Die ersten Stunden verbringen wir umhüllt von einer Art Seenebel… Die Sicht beträgt ca. eine halbe Seemeile, und somit sehen wir um uns her nichts anderes als Wasser und einen grauen Schleier. Unterdessen vertreiben wir uns die Zeit mit Korkenweitschieβen und anderen Späβen.

Doch so nach und nach wird es heller, und dann bricht die Sonne durch und es wird ein richtig schöner Sommertag. Die Temperaturen steigen schlagartig um gefühlte 20 Grad, es weht ein leichter Wind aus nördlichen Richtungen, und so genieβen wir alle diese herrliche Segelpassage. Später tauchen dann am Horizont die ersten groβen Seeschiffe auf, wir nähern uns der Elbmündung. Doch was ist das?? Da baut sich auf einmal eine schwarze Wand vor uns auf, die in rasender Geschwindigkeit auf uns zukommt. Och nöööööö, nicht schon wieder Unwetter… Es ist ein beeindruckendes Schauspiel zu sehen, wie die schweren Wolken regelrecht auf uns zurollen! Wir haben große Mühe die Segel zu bergen. Der Wind bläst immer wieder große Blasen im Großssegel auf.

Es wird schwarz wie die Nacht, und innerhalb kürzester Zeit fegt das Unwetter über uns hinweg. Windböen von 10 Beaufort, horizontal peitschender Regen, Donner und Blitz, Wind und Wellen, Wellen und Wind, keine Sicht, noch weniger Sicht… es ist auch dieses Mal alles dabei, allerdings noch heftiger als bei dem Gewitter vor Husum. Mittlerweile dreht der Motor auf vollen Touren, aber wir kommen keinen Zentimeter mehr vorwärts. Zudem befinden wir uns in unmittelbarer Nähe der Schiffahrtsstraße mit großen Ozeanriesen, die irgendwo um uns herum vorbeifahren. Wie sind kurz davor den Anker zu werfen, um nicht in die Schiffahrtsstraße getrieben zu werden … doch genauso schnell wie es gekommen ist, hört das Gewitter auch wieder auf, der Wind lässt nach und die Sicht wird besser. Nur der Regen geht weiter…

Als wir uns weiter umsehen, trauen wir unseren Augen kaum… da sind ja überall groβe Segelschiffe! Und niederländische noch dazu!! Ach so, ja, die fahren bestimmt alle nach Brunsbüttel, um durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel zu fahren. Dort findet nämlich bald die Kieler Woche statt, eine der gröβten maritimen Events der Welt… Die “Thalassa” fährt an uns vorbei, ein “alter Bekannter”, und wir wollen kurz mit unserer holländischen Fahne schwenken um zu grüβen. Äääähhh, Moment mal, wo bitteschön ist denn unsere Fahne?? Dort wo sie hing, herrscht gähnende Leere, sogar die halbe Halterung für den Fahnenstock ist weg… “Vom Winde verweht” sozusagen… Naja, was soll’s, sind wir fortan halt einfach inkognito unterwegs.

Den Rest der Strecke legen wir mit Motorkraft zurück, und gegen 20.00 Uhr erreichen wir die Einfahrt von Cuxhaven. Wir passieren die berühmte “Alte Liebe”, eine Art Podium auf der Kaimauer, auf dem man früher die Seefahrer und Auswanderer verabschiedet hat, und nehmen Kurs auf den alten Fischereihafen, wo wir einen Liegeplatz für die Nacht finden. Mit den beliebten Pfannkuchen von Andreas und Hipof lassen den Tag ausklingen.

 

Freitag, den 21.6.2013

Liegetag: Cuxhaven

Heute werden wir geweckt durch strömenden Regen, der unablässig auf das Deck trommelt. Wir hatten schon mal schöneres Wetter... Da wir beschlossen haben, am heutigen Tag in Cuxhaven liegen zu bleiben, können wir erst einmal in Ruhe frühstücken und den Tag entspannt beginnen...

Der Vormittag wird genutzt, um erst einmal ausgiebig die Stadt zu erkunden. Ein Teil der Gruppe macht sich zu Fuß auf den Weg, der andere Teil unternimmt eine Stadtrundfahrt mit dem Cuxliner, einem Bus der zu den Highlights der Stadt fährt. Cuxhaven verfügt über einige schöne Ecken. So ist z.B. die Gegend rund um das Schloss wunderschön und überzeugt mit seinen alten Fachwerkhäusern und versteckten Winkeln. Aber auch die "Alte Liebe" mit ihrem historischen Flair ist immer wieder einen Besuch wert!

Am frühen Nachmittag versammeln sich alle wieder an Bord, und wir empfangen Besuch: Petra und Leo, zwei Kegelfreunde von Anke und Andreas, machen gerade Urlaub in Cuxhaven und wollen unbedingt einmal die "La Bohème" besichtigen. Und so wird es ein fröhlicher Nachmittag mit den beiden.

Abends lassen wir uns von Heiner und seinen frisch zubereiteten Frikadellen mit Pilzreis verwöhnen. Wir sind in Feierstimmung, und so gehen wir erst zu später Nachtstunde (oder eher früher Morgenstunde...) ins Bett.

 

Samstag, den 22.6.2013

Start: Cuxhaven
Zeit: 10:48 h
Trip Time: 14:32 h
Trip Odo: 49,9 sm
Trip Dog: 49,9 sm
AV-Speed: 3,0 sm/h
max Speed: 10,1 sm/h
Ziel: Bremerhaven
Rudergänger: Leon, Heiner
Zeit: 01:20 h
Anleger: Kai
Odo gesamt: 604,6 sm
Dog gesamt: 586,2 sm

Um 10.30 Uhr geht's los: die Leinen werden losgeworfen, Großsegel, Fock und Klüver gesetzt, und wir nehmen Kurs auf Bremerhaven, unserer letzten Station auf dieser Reise. Dazu müssen wir erst einmal um den langen Leitdamm herum, der sich einige Seemeilen weit hinaus von Cuxhaven in Richtung Norden erstreckt. Wir peilen Neuwerk an, die kleine Insel, die Cuxhaven vorgelagert ist. Neuwerk wird offiziell Hamburg zugeordnet, und es leben nur rund 50 Personen dort. Rechts hinter Neuwerk taucht am Horizont auch die Kontur von Scharhörn auf, das den meisten wohl durch den bekannten Tatort "Tod auf Scharhörn" mit Manfred Krug bekannt sein dürfte.

Wir kreuzen das Prickenfahrwasser unterhalb von Neuwerk entlang, die Sonne scheint und es ist ein schöner Segeltag. Der Wind hat allerdings zugenommen, so dass wir den Klüver bergen und das Großsegel reffen. Als wir die Landspitze zwischen Cuxhaven und Bremerhaven passiert haben, verlegen wir unseren Kurs weiter Richtung Süden. Mittlerweile hat die Ebbe eingesetzt, und wir kämpfen gegen eine starke Strömung an. Und dann auf einmal - zupp - liegen wir fest... Um 15:48 Uhr heißt es - nichts geht mehr, auch das Kommando "alle auf's Vordeck" hat keinen Erfolg, und so bergen wir die Segel und räumen das Deck auf. Trockenfallen hatten wir eigentlich nicht eingeplant, aber egal, was soll's, dann bauen wir das halt auch noch in unser Programm ein...

Das Wasser um uns her läuft mit wahnsinniger Geschwindigkeit weg, fast so, als hätte jemand den Stöpsel gezogen. So etwas haben wir noch nie gesehen! Man kann dabei zusehen wie wir innerhalb kürzester Zeit komplett trocken liegen. Und dann wird auch deutlich warum: wir liegen mitten auf dem höchsten "Berg" Nordfrieslands! Eigentlich dachten wir bisher, Leonberg würde sich in Stuttgart befinden, doch wir haben uns wohl getäuscht: der Leonberg liegt genau hier!

Und so verbringen wir eine schöne Zeit auf der Sandbank. Es ist wirklich ein wunderschöner Teil des Wattenmeeres hier: unzählige Muschelbänke und weißer Sand locken uns nach draußen, und es ist doch immer wieder faszinierend auf dem Meeresboden spazieren zu gehen.

Am frühen Abend essen wir in gemütlicher Runde den exzellent zubereiteten Fisch von Hipof und Andreas, und als wir kurz danach einen Blick nach draußen werfen trauen wir unseren Augen kaum: genau so schnell, wie das Wasser verschwunden war, ist es nun auch wieder zurück, viel eher als wir vermutet haben! Jetzt macht sich der Gezeitenunterschied von dreieinhalb Metern bemerkbar. In den Niederlanden sind es immerhin zwei Meter weniger...

Und so starten wir gegen 21.15 Uhr den Motor und machen uns auf den 20 Seemeilen langen Weg nach Bremerhaven. Das Prickenfahrwasser über das Watt können wir zum Glück noch im Hellen zurücklegen, die Wesermündung fahren wir dann im Dunkeln entlang. Jetzt heißt es genauestens navigieren und volle Konzentration, schließlich befinden wir uns in unbekanntem Fahrwasser. Aber dank guter Seekarten und der Navigationskunst des Achterdecks erreichen wir schließlich den EUROGATE Container Terminal Bremerhaven. Mittlerweile ist es nach Mitternacht, aber hier herrscht reger Betrieb: Ozeanriesen werden be- und entladen, Container werden an Kränen durch die Luft geschwenkt, automatische Fahrzeuge bringen die Fracht kreuz und quer hier- und dorthin... es geht hier zu wie in einem Ameisenhaufen, ein wirklich faszinierendes Schauspiel! 

Gegen 01.00 Uhr in der Nacht erreichen wir die Schleuse von Bremerhaven, die wir rasch passieren. Dann haben wir unseren (zugegebenermaßen nicht gerade romantischen) Liegeplatz im Industriehafen erreicht, und nach einem letzten Hafenbier gehen wir gegen 03.00 Uhr müde aber zufrieden in die Kojen.

 

Sonntag, den 23.6.2013

Heute ist der letzte Tag unserer Reise, und so ist die Stimmung am Frühstückstisch ein wenig betrübt... Immerhin haben wir die letzten dreieinhalb Wochen zusammen verbracht, gemeinsam die tollsten Abenteuer erlebt und jede Menge Spaß gehabt, da fällt der Abschied natürlich nicht gerade leicht.

Bevor das große Packen beginnt, legen wir das Schiff erst noch an einen anderen (und wesentlich schöneren) Liegeplatz näher an die Stadt heran. Wir liegen an der selben Kaimauer wie die (originale) "Alexander von Humboldt", das Schiff aus der Becks-Werbung mit den grünen Segeln. Hier haben wir auch Strom zur Verfügung, was ein großer Vorteil ist. Immerhin wird die "La Bohème" hier eine gute Woche liegen bleiben...

Dann wird gepackt, aufgeräumt und langsam so nach und nach innerlich Abschied genommen. Um Punkt 14.00 Uhr trifft der bestellte Bus ein, der wohl etwas kleiner ist als so manch einer gedacht hatte. Angesichts der Gepäckberge wird es wohl wirklich eine Herausforderung, den Bus taktisch klug zu beladen. Doch der überaus sympathische und humorvolle Busfahrer bewahrt die Ruhe und verfrachtet innerhalb kürzester Zeit das Gepäck in den Bus.

Und dann ist der Moment des Abschieds gekommen... allerdings nur vom Schiff, denn die Besatzung (sprich: Leon und Melanie) steigen ebenfalls mit ein, um die nächsten fünf freien Tage zu Hause zu verbringen. Das hatten wir ja noch nie!

Und so wird es eine lustige und abwechslungsreiche Busfahrt, die der ein oder andere für ein kleines Schläfchen nutzt (Zitat Leon zu Heiner: Du warst erster!). Gegen 20.00 Uhr erreichen wir dann Essen, und nun heißt es wirklich erst einmal Abschied nehmen voneinander. Es ist irgendwie schon ein komisches Gefühl... Aber die Aussicht, am kommenden Mittwoch noch einmal alle zum abschließenden "Segeltörnessen" beim Italiener wiederzusehen, tröstet zunächst einmal für den Moment.

Und so geht eine abenteuerliche und für alle unvergessliche Reise zu Ende. Wir haben viel erlebt, viel gelacht, viel Damenprogramm gehabt, viele neue Orte und Inseln kennen- und lieben gelernt und einfach eine tolle Zeit miteinander verbracht. 

 

 
 
 
 
 
 

Nachbesprechung Expedition Wattenmeer
 
Zum wohl schnellsten Segelnachtreffen in der Geschichte der La Bohème trafen sich am Mittwoch - drei Tage nach unserer Rückkehr - alle "Deutschlandreisenden" beim Italiener "Lo Spuntino" in Essen.
 
Mit insgesamt 16 Leuten verbrachten wir einen geselligen und äußerst fröhlichen Abend. Bei herrlichen Speisen und Getränken ließen wir die letzten dreieinhalb Wochen Revue passieren und erlebten all unsere Abenteuer noch einmal neu durch unsere Erzählungen. Es war eine fantastische Reise, und es war ein toller und gelungener Abend im "Spuntino". Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!
 
 
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